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Kernspintomographie

Die Kerspintomographie wird international als MRT (Magnetic Resonance Tomography) bezeichnet.

Eine der fortschrittlichsten Methoden, um Anzeichen von Krankheiten zu erkennen, ist die Magnet-Resonanz Untersuchung. Ihr großer Vorteil: MRT nutzt ein Magnetfeld anstelle von Röntgenstrahlen und ist damit eine der schonendsten und dabei aussagekräftigsten Untersuchungsmethoden, die es gibt.

Die Praxis Radiologie Baden-Baden hat eines der modernsten MRT-Geräte auf dem Markt. Mit diesem high-end MRT können neben Teilkörper-MR Untersuchungen auch Ganzkörper-MR Untersuchungen und präzise Untersuchungen des Herzens (Kardio-MRT) durchgeführt werden. Durch eine weitere Verbesserung der Spulentechnik kann dabei die Untersuchungszeit für den Patienten weiter deutlich verkürzt werden. Die deutlich kürzere „Röhre“ des Gerätes gewährt dabei zusätzlich noch eine weitere Verbesserung des Patientenkomforts bei optimaler Bildqualität eines Hochfeld-MRT-Gerätes.

Wann ist eine Kernspintomographie sinnvoll?
Kopf: Prinzipiell alle Fragestellungen, vor allem für entzündliche Prozesse und Tumoren, Nachweis krankhafter Gefäßprozesse und Durchblutungsstörungen, Epilepsieabklärung, Diagnostik des akuten Schlaganfalls
Hals-Nasen-Ohren: Insbesondere Tumoren und entzündliche Prozesse.
Brustkorb: Mit Triggerverfahren und Atemanhaltetechnik sind hochwertige Aufnahmen möglich, z.B. beim thorakalen Aortenaneurysma oder bei mediastinalen Tumoren, krankhafte Veränderungen der Thoraxwand
Leber, Niere, Milz, Bauchspeicheldrüse und Gallengängen: So gut wie alle Diagnosen, insbesondere Tumoren und Metastasen, Gallengangs- und Bauchspeicheldrüsengangdarstellung ohne Kontrastmittel
Wirbelsäule: degenerative Veränderungen der Bandscheiben und Wirbelgelenke, Spinaltumoren, Entzündungen.
Knochenmark: Lymphome, Plasmozytome, Metastasen.
Sehnen: Entzündungen, Degenerationen, Rupturen.
Gelenke: Bänder, Knorpel, Knochen, Meniskusdiagnostik rheumatische Erkrankungen, Traumadiagnostk
Magen-Darm-Trakt: Entzündliche Darmerkrankungen
Becken, Harnblase: Prostata, gynäkologische Fragestellungen, Rectum-Karzinom, Fisteldarstellung
Weichteile: Muskulo-skelettale Tumoren, wie z.B. Sarkome, Entzündungen, Verletzungen
Gefäße: Kopf, Hals, Thorax- und Bauchraum insbes. Nierenarterien und Bauchaorta Becken-Beinangiographien mit Tischverschiebetechnik
Mamma: Bei unklaren Mammographiebefunden, als Ergänzung zur Mammographie und Ultraschall. Rezidivtumorausschluß nach Brustkrebs-OP
Wie funktioniert ein Kernspintomograph?

Materie besteht aus Atomen, die sich ihrerseits zu Molekülen zusammenfinden können. Das Atom besteht aus einer Elektronenhülle und dem Atomkern. Das neutrale Atom besitzt genauso viele Elektronen in seiner Hülle wie der Kern Protonen besitzt. Zusammen mit den Protonen bilden die elektrisch neutralen Neutronen den Atomkern. Protonen sind elektrisch positiv geladen und besitzen in etwa die gleiche Masse wie die Neutronen.

Jede bewegte Ladung, so z.B. der Elektronenfluss in einem Draht, hat ein Magnetfeld zur Folge; auch die Bewegung, wie z.B. die Eigenrotation der Protonen (Spin), erzeugt daher ein, wenn auch sehr kleines, atomares Magnetfeld. Dieses Magnetfeld hat ein magnetisches Moment der Protonen zur Folge. Diese Momente können sich gegenseitig verstärken oder, wenn die Protonen gegeneinander rotieren, auch auslöschen.

Für die Kernspintomographie werden Atome mit einem nach außen wirkenden magnetischen Moment verwendet. Ein wichtiger Atomkern mit einem resultierenden magnetischen Moment ist der Wasserstoff, der, an Sauerstoff gebunden, als Wasser in genügend großer Anzahl für eine hinreichende Signalintensität im menschlichen Körper vorhanden ist.

Eine Untersuchung des Körpers in Kernspintomographen geschieht dabei in etwa wie folgt:
Die zu untersuchende Person liegt in einem ca. 1,60 m langen Tunnel, in dem ein starkes Magnetfeld (z.B. 1.5 Tesla = 1.5 x 104 Gauß) in Längsrichtung des Patienten anliegt. Ein solches Magnetfeld kann bei Niederfeldsystemen (<0,5 Tesla) durch einen Permanent- oder Resistiv-Magneten, bei Hochfeldsystemen (>1 Tesla) durch supraleitende Magneten erzeugt werden. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von MR-Systemen; Tunnelsysteme (meist Hochfeldsysteme) und offene Systeme (Nieder- oder Mittelfeldsysteme). Das erzeugte Magnetfeld hat einen kleinen Überschuß der Spins der Protonen des Patienten in Feldrichtung zur Folge, während der Rest einer thermischen Unordnung in allen Raumrichtungen folgt. Je stärker das Feld jedoch ist, um so mehr Protonenspins richten sich in dem Feld aus.

Mittels kurzfristig zugeschalteter resonanter Hochfrequenzfelder von z.B. 63,6 MHz/Tesla werden die Spins der Protonen aus ihrer ursprünglichen Richtung herausgeklappt.

Beim Zurückklappen in den Ursprungszustand erzeugen die Spins in einer Spule kleine elektrische Signale.

Um diese Signale den einzelnen Volumenelementen der abzubildenden Schicht zuordnen zu können, werden zusätzliche magnetische Gradientenfelder verwendet. Diese Felder, die erheblich schwächer als das "Hauptfeld" sind, werden während der Messung kurzfristig hinzugeschaltet.

Abhängig vom Sequenzdesign können durch Variation der Anregungs- und Ausleseimpulse verschiedene Kontraste (T1, T2, PD, Flussphänomene) in den einzelnen Geweben erzeugt werden.

Durch die sehr hohen Gewebekontraste ist eine gute Charakterisierung von Geweben und krankhaften Prozessen möglich.

Untersuchungshinweise

Vorbereitung

Es ist keine spezielle Vorbereitung erforderlich. Allerdings sollten Sie bequeme Kleidung tragen - ohne Knöpfe oder Reißverschlüsse aus Metall, da sie die Aufnahmen beeinträchtigen könnten. Die Assistentin wird Ihnen dabei helfen, auf der gepolsterten Liege Platz zu nehmen. Häufig werden auf Ihren Körper sogenannte Spulen aufgelegt, um die Aussagefähigkeit des Bildes zu optimieren.

Kontrastmittel

Bei manchen Fragestellungen ist es hilfreich, ein Kontrastmittel zu injizieren, um die Diagnose zu präzisieren. Diese MR-Kontrastmittel sind nicht jodhaltig und sehr gut verträglich, nur äußerst selten kommt es zu Nebenwirkungen wie Übelkeit und Brechreiz. Bei schweren Funktionsstörungen der Nieren sollte kein Kontrastmittel intravenös verabreicht werden (Nephrogene Systemische Fibrose).

Untersuchungsablauf

Sie liegen in einem hellen, gut belüfteten kurzen Tunnel. Während der Messung hören Sie laute Klopfgeräusche. Um diese zu dämpfen erhalten Sie Ohrstöpsel oder Kopfhörer. Zu jeder Zeit haben Sie Kontakt zum Personal und können gegebenenfalls die Untersuchung unterbrechen.

Bitte liegen Sie während der Messung völlig ruhig , jede Bewegung beeinträchtigt die Aufnahmen.

Untersuchungsdauer

Das ist von Untersuchung zu Untersuchung verschieden. Die einzelne Messung kann bis zu 5 Minuten benötigen. Eine komplette Untersuchung dauert zwischen 15 und 30 Minuten. Während dieser Zeit können Dutzende von Bildern aufgenommen werden.

Nach der Untersuchung

Die eigentliche Hauptarbeit der Radiologen beginnt nach Ihrer Untersuchung. Dazu zählen Bildanalyse, Bildbearbeitung, dynamische Darstellungen, und Befunderstellung.

Selbstverständlich wird Ihr betreuender Arzt Ihnen das vorläufige Ergebnis mitteilen und es mit Ihnen besprechen.

Risiken

Die MRT ist eine äußerst sichere Untersuchungsmethode ohne Strahlenbelastung. Da das System jedoch mit einem starken Magneten arbeitet, dürfen Sie kein Metall am oder im Körper tragen. Bitte informieren Sie unbedingt Ihren Arzt über:

  1. einen Herzschrittmacher
  2. ein Metall-Implantat
  3. Metallsplitter im Körper aufgrund einer Kriegsverletzung
  4. eine künstliche Herzklappe
  5. Aneurysma-Klammern
  6. Piercing
Sicherheitshinweise

1. Gefahren durch Magnetfelder und Hochfrequenz

Da ein MRT ohne ionisierende Strahlung arbeitet, ist bei bestimmungs-gemässem Gebrauch eines für die Untersuchung am Menschen zugelassenen Gerätes keine schädigende Wirkung zu erwarten. Prinzipiell dürfen ferromagnetische Gegenstände, wie z.B. Münzen, Schlüssel, Haarspangen usw., nicht in die Nähe des Untersuchungsgerätes gebracht werden. Durch die außerordentlich hohe Magnetflussdichte, also ein sehr starkes Magnetfeld, werden ferromagnetische Gegenstände in das Gerät hineingezogen. Sie können dort den Patienten verletzen (Geschosswirkung) und das Gerät beschädigen. Das Magnetfeld des Gerätes ist grundsätzlich immer in Betrieb und daher potentiell immer gefährlich. Das gilt auch für den Fall, dass sich das Untersuchungsgerät in Wartestellung befindet oder die Untersuchungskonsolen abgeschaltet sind. Die eingestrahlten Hochfrequenzimpulse können alle metallischen Teile erwärmen und im ungünstigsten Falle zu Verbrennungen führen.

2. Aufklärung und Einwilligung

Um vom Patienten Schaden abzuwenden, muss vor der Untersuchung im Rahmen eines Aufklärungsgespräches geklärt werden, ob Kontraindikationen zur Untersuchung vorliegen. Im Einzelfall muss über mögliche Risiken der Untersuchung aufgeklärt werden. Das Aufklärungs-gespräch muss schriftlich dokumentiert werden (Aufklärungsbogen). Zur Einwilligung in die Untersuchung und gegebenenfalls in die Kontrastmittelverabreichung ist die Unterschrift des Patienten erforderlich.

3. Kontraindikationen

Man unterscheidet in absolute Kontraindikationen (keine Untersuchung möglich) und in relative Kontraindikationen (Untersuchung unter bestimmten Umständen möglich).

absolute Kontraindikation:

  • Herzschrittmacher
  • Nervenstimulatoren
  • (implantierte) Medikamentenpumpen
  • Cochlea-Implant (Innenohrendoprothesen)

relative Kontraindikation:

  • Gelenkprothesen
  • Osteosyntheseplatten
  • Gefäßclips
  • Stents
  • Cava-Filter
  • Spiralen
  • Kriegsteilnehmer (Splitter von Explosivkörpern, Projektile)

Im Einzelfall entscheidet immer ein Arzt, ob ein Patient untersucht werden darf. Im Zweifelsfall muss die Untersuchung aus Sicherheitsgründen unterbleiben.